Inhalt:

Europäische Union

Die Gleichstellung von Frauen und Männern hat bereits in den vergangenen Jahrzehnten die gesellschaftliche Struktur der EU stark geprägt und hat in vielen Bereichen große Veränderungen gebracht: So haben EU-weit mittlerweile mehr Frauen einen Hochschulabschluss als Männer und die Zahl von erwerbstätigen Frauen auf dem Arbeitsmarkt steigt stetig an.

Gleichwohl gibt es auf zahlreichen Gebieten immer noch geschlechterspezifische Unterschiede. Nach wie vor sind Frauen im Niedriglohnsektor überdurchschnittlich und in Führungspositionen spärlich vertreten. Eine unbestrittene Tatsache bleibt auch, dass Frauen im Haushalt und in der Kinder- und Altenversorgung noch immer mehr unbezahlte Arbeitsstunden leisten als Männer, das Ziel des gleichen Lohns für gleiche Arbeit noch immer nicht erreicht ist, und Frauen immer noch vermehrt von häuslicher Gewalt betroffen sind. 

Neben den rechtlich verbindlichen Richtlinien besteht mit dem Europäischen Pakt für die Gleichstellung der Geschlechter (2011-2020) und dem Strategischen Engagement der Europäischen Komission für die Gleichstellung der Geschlechter (2016-2019) ein klares Bekenntnis zur Förderung von Geschlechtergleichstellung in der EU sowie ein Katalog von Maßnahmen, um dieses Ziel auf EU- und Mitgliedstaatenebene zu erreichen.

Auch der Europäische Pakt für die Gleichstellung der Geschlechter, den der Rat der Europäischen Union für den Zeitraum 2011 bis 2020 angenommen hat, weist auf die Notwendigkeit hin, Gender als transversales Element in alle EU-Politiken zu integrieren. Er soll insbesondere dazu beitragen, die Gleichstellung der Geschlechter in der EU-Strategie für Beschäftigung und intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum Europa 2020 durchzusetzen. Im neuen Pakt werden Maßnahmen auf Ebene der Mitgliedstaaten und der Europäischen Union zur Beseitigung der geschlechtsspezifischen Einkommensunterschiede, zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familien- und Berufsleben für Männer und Frauen, zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und zur besseren Politikgestaltung durch Gender Mainstreaming eingefordert. Die Perspektive der Geschlechtergleichstellung ist von den Mitgliedstaaten bei der Gestaltung der Nationalen Reformprogramme und von der Europäischen Kommission bei der Erstellung der länderspezifischen Empfehlungen und dem jährlichen Wachstumsbericht zu berücksichtigen. 

Die Europäische Kommission legt dem Europäischen Rat jährlich einen Bericht über die Fortschritte bei der Gleichstellung der Geschlechter vor. Die Berichte geben einen Überblick über Entwicklungen und Fortschritte, die bei der Verringerung der geschlechts-spezifischen Unterschiede in Bezug auf die Beschäftigung, in der Wirtschaft und in der Gesellschaft allgemein erzielt wurden.

» Website der Europäischen Kommission



Geschäftsführung der IMAG GMB, BKA, Abteilung III/1 - Impressum - last update: 15.01.2018