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Generations & Gender Programme (GGP)

Ziel(e)

Vorrangiges Ziel des GGP ist es, neue wissenschaftliche Erkenntnisse über die erkannten demographischen Veränderungen zu ermöglichen und der Politik und ihren Entscheidungsträgern zur Verfügung zu stellen. Speziell wird dabei auf die Eltern-Kind-Beziehung (Generationenaspekt) sowie auf die Geschlechterbeziehung (Genderaspekt) Bezug genommen. Somit wird die international vergleichende demographische Forschung in die Lage versetzt, Änderungen des demographischen Verhaltens als Konsequenz des Wandels individueller Lebensumstände und als Folge politischer, makroökonomischer sowie gesamtgesellschaftlicher Entwicklungen zu erfassen.

Zur strukturierten Erfassung des individuellen demografischen Verhaltens erfragt der GGS Informationen über eine Vielzahl unterschiedlicher Lebensbereiche. Dazu zählen insbesondere sozioökonomische Informationen über die Befragten, wie beispielsweise die Erwerbs- und Ausbildungsbiografie, jeweils rezente Einkommen, sowie die Partnerschafts- und Fertilitätshistorie. Darüber hinaus sammelt der GGS aber auch Informationen über individuelle Werthaltungen und Einstellungen, Generationen- und Geschlechterbeziehungen, Haushaltszusammensetzungen und Wohnverhältnisse, Arbeitsteilung in den Haushalten, soziale Netzwerke, private und öffentliche finanzielle Hilfeleistungen, räumliche Mobilität und Gesundheit.

Der GGS ist im Vergleich zu früheren demografischen Erhebungen durch zwei Eigenschaften charakterisiert: Das Paneldesign des GGS und seine konsequente Beachtung der Geschlechterbeziehungen. In den Erhebungen anderer Ländern wird noch ein zusätzlicher Schwerpunkt – die Generationenbeziehungen – gesetzt.

Zielgruppe(n)

(1) Zielgruppe hinsichtlich der Forschung sind alle Forschungsinstitutionen und Wissenschaftler, die direkt das Fertilitätsverhalten und/oder eine seiner wesentlichen, im GGS erfassten Determinanten untersuchen.

(2) Zielgruppen sind darüber hinaus sämtliche an Fragen der demographischen Entwicklung, der Familienstrukturdynamik, der Generationen- und Geschlechterbeziehung Interessierte. All diese können einerseits direkt aus dem Onlineportal von www.ggp-i.org Auswertungen generieren, andererseits können sie - v.a. bei komplexeren Fragestellungen - Forschungsinstitutionen der relevanten Fachdisziplinen mit Auswertungen und Studien beauftragen. Grundsätzlich hat jede Forschungsinstitution Zugang zu den Datensätzen!

Inhalt

Der GGS, also die Felderhebung des GGP, ist als Längsschnittstudie mit zumindest zwei aufeinander aufbauenden Erhebungswellen angelegt. Dieses Paneldesign sowie die Anordnung retro- und prospektiver Fragen sind die notwendig Voraussetzung, individuelles Verhalten möglichst ganzheitlich zu fassen und so gesellschaftliche Entwicklungen zu erklären. Grundsätzlich benötigt man zur Untersuchung von kausalen Zusammenhängen Informationen über Erklärungsfaktoren vor dem zu untersuchenden „Ereignis“, beispielsweise dem Beginn einer Schwangerschaft.

So wird die Entscheidung für ein Kind üblicherweise vor einer Schwangerschaft getroffen. Veränderungen der Lebensumstände können zur Revision der ursprünglichen Pläne führen. Welcher Art diese Veränderungen sind und in welchem Ausmaß sie eine Revision der ursprünglichen Pläne bewirkt haben, ist Gegenstand der Erhebungen. Das Paneldesign ermöglicht es, kausale Zusammenhänge zu finden, indem Informationen aus der aktuellen und den vorhergehenden Wellen analysiert werden.

Österreich hat mit der Erhebung der ersten Befragungswelle den notwendigen ersten Schritt für dieses Untersuchungsdesign geleistet. Die Auswahl der zu befragenden Frauen und Männer erfolgte zufällig und basierte auf dem Österreichischen Zentralen Melderegister. Von den über 9.000 kontaktierten Personen konnten zwischen September 2008 und Februar 2009 insgesamt 5.000 Personen der Altersgruppe 18 bis 45 Jahre befragt werden. Dies entspricht einer Ausschöpfungsrate von 60,7%. Die durchschnittliche Befragungsdauer lag bei 63 Minuten. Der Fragebogen wurde als persönlich- mündliche Befragung durchgeführt - computergestützt mittels CAPI-Fragebogen (Computer- Assisted-Personal-Interview).

Zwischen Oktober 2012 und Mai 2013 erfolgte die Erhebung der zweiten Welle des GGS-Austria. Über 78 % konnten erfolgreich ein zweites Mal interviewt werden. Im internationalen Vergleich liegt Österreich damit sehr gut. Auch war Österreich das einzige Land, das in der zweiten Erhebungswelle junge Erwachsene im Alter von 18– 22 Jahren neu befragte. Denn: Die jüngsten Befragten der ersten Welle waren mittlerweile 22 Jahre. Wären nur die 2009 Befragten erneut interviewt worden, gäbe es 2013 keine neuen Informationen zu den 18- bis 22-Jährigen. So können aber auch Änderungen in den Lebensumständen, Wünschen und Einstellungen dieser Alterskohorte vergleichend analysiert werden.

Ergebnisse

In der ersten Erhebungswelle wurde festgestellt, dass der Kinderwunsch der Österreicherinnen und Österreicher mit durchschnittlich 2,1 Kindern auf Reproduktionsniveau liegt. Die Realisierungslücke war demnach in Österreich höher als bislang angenommen!

Die wiederbefragten RespondentInnen ließen jedoch nachvollziehen, wie es zu dem deutlichen Differential zwischen Kinderwunsch und tatsächlicher Realisierung kommt: Im Ablauf von nur vier Jahren ist der durchschnittliche Kinderwunsch auf 1,9 deutlich zurückgegangen. Fast ein Viertel der RespondentInnen revidierte ihren/seinen Kinderwunsch nach unten, nur gut ein Zehntel nach oben. Dennoch besteht nach wie vor eine hohe Realisierungslücke (über 0,2 Prozentpunkte).

Neben diesen zusammenfassenden Hauptergebnissen wurden zahlreiche weitere Erkenntnisse gezogen. Diese finden sich allesamt in der Literaturliste zum GGP-Austria, einsehbar unter: http://www.ggp-austria.at/publikationen/ (wird regelmäßig aktualisiert).

Projektinformationen

Organisation:
Bundeskanzleramt
Projektzeitraum:
seit April 2012
Themenbereich(e):
Arbeitsmarkt, Arbeitsschutz, Soziales, Konsumentenschutz, Vereinbarkeit, Familie und Jugend
Art der Maßnahme(n):
Statistik, Analyse und Forschung
Projektauswirkung:
extern
Projektdurchführung:
intern mit externer Unterstützung
Kontakt:

Bundeskanzleramt, Sektion V – Familien und Jugend, Abteilung V/6

Magistra Loupal Manuela
E-Mail: manuela.loupal@bka.gv.at

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